Tag der offenen Tür 2009

Tag der offenen Tür 2009

Sonntag, 25. Oktober

VON: TEXT: ODENWÄLDER BOTE, BILDER: KARATE-DOJO GROSS-UMSTADT

In drei Reihen sitzen die Karatekas stumm vor ihren Lehrern. Auf ein Kommando verbeugen sie sich und stehen auf. „Beim Karate gibt es neben dem sportlichen Teil auch einen philosophischen Teil“, erklärt der Karatelehrer Andreas Bleier, „ vor Beginn des Trainings brauchen wir eine kurze Meditation, um den Stress des Alltags hinter uns zu lassen“.

Einen Ausschnitt aus einer Trainingseinheit führt der Trainer mit dem ersten Dan den Gästen vor, die sich am Tag der offenen Tür beim Groß-Umstädter Karate Dojo einmal über diese japanische Kampfkunst informieren wollen. Jonah (fünf Jahre) darf beim Kindertraining gleich mitmachen und ist ganz stolz, dass er die Übungen gut meistert. Arm- und Beintechniken üben die Kinder im Stehen, aber auch in der Bewegung. Manche Sequenz wird alleine geübt, bei anderen haben die Trainierenden einen Partner.

„Es hat Spaß gemacht“, erklärt Jonah seinem Vater Michael Glaser nach Abschluss des Probetrainings.

Nach den Kindern zeigen die Jugendlichen und Erwachsenen, was sie in ihren Trainingsstunden gelernt haben. Die Jüngeren führen einen Kampf mit den Partnern vor, bei dem sämtliche Bewegungen festgelegt sind und vorher eingeübt wurden. Die Älteren zeigen dann die schwierigste, die freie Kampfform.

„Wir haben eigene Vereinsräumlichkeiten, sind also frei in der Einteilung unserer Trainingsstunden“, sagt Cheftrainer Christian Gradl. Zu den weiteren Vorzügen des Groß-Umstädter Dojos gehören eine große Spiegelwand, ein flexibler Mattenboden und eine Sauna.

Stolz ist Vereinsgründer Gradl darauf, dass der Europa- und Bundescheftrainer des Deutschen JKA- Karate Bundes Shihan Hideo Ochi (8. Dan) häufiger in Groß-Umstadt ein Training, dann mit sehr vielen Teilnehmern, anleitet.

In Groß-Umstadt betreiben die meisten, Karateanhänger die japanische Kampfkunst als reinen Sport, aber auch um sich nötigenfalls wehren zu können. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit für Wettkämpfe zu trainieren, Trainingskurse mit hochkarätigen nationalen und internationalen Karatemeistern werden vom Karate Dojo immer wieder angeboten.

„Bei uns kann man jederzeit in eine der zehn verschiedenen Trainingsgruppen einsteigen“, so Cheftrainer Gradl. Die Gruppen unterscheiden sich nach dem Alter der Teilnehmer und nach dem Leistungsstand. Auch Wiedereinsteiger, also Personen, die irgendwann in ihrem Leben schon einmal den Sport Karate ausgeübt haben, sind jederzeit willkommen.

Zulima (13 Jahre) und Luis (12 Jahre) Tuero trainieren schon seit sechs Jahren im Groß-Umstädter Dojo. Die beiden Wiebelsbacher kommen zweimal in der Woche zum Training nach Groß-Umstadt. Zulima trainiert inzwischen in der Leistungsgruppe. Angemeldet vor sechs Jahren hat sie die Mutter Obdulia Velasquez Tuero, einen Ausgleich zum vielen Sitzen in der Schule sollten ihre Kinder haben. „Außerdem sollten sie sich auch mal selbst verteidigen können“, sagt die Wiebelsbacherin. „Und das können sie inzwischen sehr gut“, lacht Cheftrainer Gradl.