Lehrgang mit Sensei Ochi in Israel

Lehrgang mit Sensei Ochi in Israel

Mittwoch, 21. Januar

Shalom Israel - Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Am 23. Dezember 08 war es mal wieder soweit, ein neues Land bereisen und einen Lehrgang mit Sensei Ochi in Haifa zu absolvieren. Mit dabei waren Frau Ochi, Christian Gradl, Gerlinde Parakenings und ich.

Der Empfang durch den Vorsitzenden des Karate-Vereins, Oded Fridman, im Ben Gurion Flughafen von Tel Aviv war mit großer Freude verbunden, denn Sensei Ochi war nicht das erste Mal in Israel.

Schon bald hieß es, auf nach Haifa.

Während der Fahrt machten wir Halt in einem Kosher-Restaurant und ließen uns das erste Mal mit israelischen Spezialitäten verwöhnen. Anschließend erwartete uns unser Domizil. Das Hotel „Dan Panorama“ in Haifa lag am höchsten Punkt der Stadt und von unseren Zimmern in der 17. Etage hatten wir einen atemberaubenden Blick über die erleuchtete Stadt und dem naheliegenden Mittelmeer. Die Nacht verlief stürmisch, Blitz, Donner und Nebel gaben sich ein Stelldichein und ich hatte das Gefühl, als würde das ganze Gebäude wackeln.

Ein wenig übermüdet aber voller Tatendrang ging es am nächsten Morgen, Heiligabend, um 9.00h zum ersten Training. Anwesend waren ca. 30 Schwarzgurte, darunter viele Instructoren aus Israel. Zu unser aller Überraschung lächelte uns ein bekanntes Gesicht entgegen. Jean-Pierre Fischer aus Frankreich hatte einen kurzen Abstecher nach Haifa gemacht. Er befand sich gerade im Urlaub in Israel, wusste vom Lehrgang und wollte sich diesen natürlich nicht entgehen lassen. Das Training war hervorragend, nur der Hallenboden… Beton und saukalt, bereitete unseren verwöhnten Füßen einige Schwierigkeiten.

Um 22.00h hatten wir ein genussvolles Abendessen mit den Instructoren in der „German-Colonie“, nur, ein weihnachtliches Ambiente hat doch ein wenig gefehlt. Das wird man in Israel kaum finden, da man hier um den 20.12. herum ein Lichterfest feiert.

Die drei folgenden Tage liefen ähnlich ab, Supertraining und abends das verlorene Gewicht mit den inländischen Köstlichkeiten wieder anfuttern. Zwischen den Trainingszeiten und der Köstlichkeiten war genügend Zeit vorhanden, die Seele baumeln zu lassen, den einzigartigen Bahain-Park zu besuchen, ein wenig zu shoppen um am späten Abend noch in gemütlicher Runde das letzte Gläschen zu genießen.

Am 6. Tag ging es dann mit unserem gemieteten Kleinbus in Richtung „Dead Sea“.

Christian erwies sich als ein souveräner Fahrer und brachte uns sicher durch die Serpentinen der Wüste ans Ziel. Unter einer Wüste stellte ich mir ein Meer aus Sand vor, weit gefehlt, es war eine Steinwüste mit fantastisch bizarren Gebilden.

Für die nächsten drei Tage waren wir im “Isrotel“, unmittelbar am Toten Meer, untergebracht.

Wieder eine Superaussicht in der 9. Etage und ein Komfort, an dem es nichts zu meckern gab.

Endlich konnten wir austesten, was uns Freunde und Bekannte über die Faszination des Toten Meeres so berichteten. Wahnsinn, 400m unter dem Meeresspiegel, ein 10facher Salzgehalt und man liegt auf dem Wasser wie ein Brett. Vorwärts schwimmen klappt nicht, rückwärts

nur mit leichten Armbewegungen oder…….einfach liegenbleiben, außer eine Salzlösung in die Augen zu bekommen oder sich an den golfballgroßen Salzkristallen am Boden die Füße zu verletzen, kann nichts passieren.

Der „Masada Berg“ war am nächsten Tag Ziel unseres 8stündigen Ausfluges. Mit einem deutschsprachigen Reiseführer ausgerüstet brachte uns eine Gondel auf das einzigartige Weltkulturerbe. Die Geschichte dieses Ortes wurde uns in aller Ausführlichkeit vermittelt

und zu meinem Erstaunen kam zu keiner Sekunde Langeweile auf.

Nach dem Abendessen und kleinem gemeinsamen „Revue passieren lassen“ waren wir dann doch ziemlich geschafft und froh in unsere Betten zu fallen, denn wir wollten früh am Morgen wieder mal Koffer packen, frühstücken und in Richtung Jerusalem aufbrechen.

Silvester, wir fahren nach Jerusalem. Unterwegs noch ein kurzer Halt in einem Kibbutz.

Auf unserer Strecke verwunderten uns Verkehrsschilder mit dem Hinweis „Kamel von rechts (oder links)“. Es überquerten aber keine dieser Wüstenpferde unseren Weg, sie lagen bunt geschmückt am Straßenrand und ließen sich bereitwillig fotografieren.

In Jerusalem angekommen, erwartete uns ein riesiger Verkehr und die Suche nach unserem Hotel erwies sich als Bewährungsprobe für Christian. Er unterhielt sich einige Zeit mit einem

Israeli und kam mit der Wegbeschreibung im Kopf zurück. Christian, du bist das wandelnde Navi. Ca. zehn Minuten und wir standen vor der Schranke des „Regency“. Schon wieder so ein Klassehotel. Jetzt konnte der letzte Tag des Jahres kommen……..dachten wir. Von Oded erwartet, wurden wir abends in ein tolles Restaurant begleitet um danach voller Erwartung im Hotel ein wenig zu feiern. Fazit………21.00h ab ins Bett. Hier wird auch kein Silvester gefeiert. Nix mit „Lechaim“ (Prost) Neujahr.

Unsere letzten drei Tage waren angefüllt mit Besichtigungen von religiösen und anderen Sehenswürdigkeiten, die Jerusalem im Übermaß zur Verfügung hat. Angefangen vom Hasmonäer Tunnel, der Klagemauer, den Basaren, der Knesset bis hin zu den vielen, vielen Kirchen.

Das einschneidenste Erlebnis für mich war der Besuch in Bethlehem. Um dort hin zu gelangen, musste man eine Grenzanlage passieren, die an den „Checkpoint Charly“ erinnerte.

Israelis dürfen nicht nach Bethlehem, also mussten wir ohne den Fremdenführer weiter.

Ich hatte schon den ganzen Tag ein ungutes Gefühl in der Magengegend, aber der Übergang gab mir den Rest. Zumal uns der Reiseführer auf einen Zeppelin hinwies, der über Jerusalem schwebte, wenn eine Krisensituation herrscht. Aber wir wollten uns ja unbedingt die Grabeskirche ansehen. Haben wir dann auch, nachdem uns ein Taxifahrer erst einmal in einem Souveniergeschäft abgeladen hatte.

War ich froh, als wir endlich wieder in Jerusalem in unserem gut abgesicherten Hotel eintrafen. Morgen sollte unsere Rückreise sein und unsere Familienangehörigen und Freunde machten sich mehr Sorgen als wir, denn bis dato hatten wir von dem Krieg am Gaza-Streifen nicht viel mitbekommen und fühlten uns einigermaßen sicher. Die ganze Stadt war mit Staffeln von Militär und Polizei zum Schutz der Pilger und Touristen besetzt und die Personenkontrollen gingen in Ruhe und in sehr freundlicher Atmosphäre vonstatten.

Der letzte Tag. Abfahrt Richtung Tel Aviv, 11.00h. Ankunft Flughafen, 12.30h. Leihwagen abgeben und bis zum Abflug um 16.45h ist noch genügend Zeit, die letzten Schekel im Duty Free Shop in aller Ruhe auszugeben. Also ließen wir uns eine Stunde Zeit um ein letztes israelisches Bier zu genießen. So war unser Plan. Wieder weit gefehlt. Die Kontrollen der Pässe und des Gepäckes zogen sich bis 15.45h hin. Die arme Gerlinde wurde gefilzt wie ein Drogenkurier und das einmal bei der Koffer- und einmal bei der Taschenkontrolle. Jeweils mindestens eine halbe Stunde. Der Brustschutz muss wohl die Ursache gewesen sein. Das Ding wurde vor dutzenden Augen durchgeprüft und erst durch etliche Erklärungsversuche über Sinn und Zweck des Gebrauches als ungefährlich anerkannt.

Uns blieben noch ca. 30 Min. das restliche Geld los zu werden. Ging bei mir zügig, darin bin ich unschlagbar.

Der Flug war super. Die Ankunft auf heimischem Boden am Ende doch erleichternd und die Freude auf ein Wiedersehen mit meinen verängstigten Lieben ließen mich, mit meinem zurückgelassenen Wagen, gleich durchstarten.

Alles in allem war diese Reise ein persönlicher Höhepunkt und ich hoffe dieses wunderschöne Land und die überaus freundlichen Menschen noch einmal erleben zu können. Wir waren ein sehr lustiges und harmonisches Team und der Sport- sowie der Spaßfaktor kamen in keiner Weise zu kurz. Und beim nächsten Mal, Christian, üben wir das Öffnen fremdländischer Bierflaschen.

Oss Josta Hense

Karate Dojo Wolfsburg