Karate kann jeder lernen

Karate kann jeder lernen

Sonntag, 24. Oktober

VON: BILD UND TEXT: DOROTHEE DORSCHEL, ODENWÄLDER BOTE

Viele Gäste beim Tag der offenen Tür im Umstädter Dojo

Neugierde und Interesse sollten beim Tag der offenen Tür im Karate-Dojo Groß-Umstadt am vergangenen Wochenende geweckt werden. Jeder kann Karate lernen, sagt nämlich Christian Gradl, seit vielen Jahren Cheftrainer der Umstädter „Karatekas“ und Vorsitzender des Vereins. Seit 1992 hat sich der Verein mit einer Altersstruktur von fünf bis 75 Jahren in Groß-Umstadt etabliert.

Vom behaglich eingerichteten Vorraum aus konnten viele Besucher, versorgt mit diversen Erfrischungen oder Kaffee, durch die große Glasfensterscheibe in den weiten, mit gelenkschonendem Mattenboden und Spiegelwand ausgestatteten Übungsraum hineinblicken und das Training beobachten. Auch im Raum selbst hatten auf Bänken etliche Zuschauer bei den regelmäßigen Vorführungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Platz genommen, wenn sie sich nicht sogar selbst beteiligten.

Zu sehen waren Aktive, die die drei Grundelemente des aus Japan stammenden Karate demonstrierten: Kihon - die Grundschule mit Übungen der Arm- und Beintechniken, Kata –die Form des Kampfes gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner sowie Kumite – der Partnerkampf. Gefördert werden Fähigkeiten wie Koordination, Konzentration und Kondition, wie die jungen Trainer Thomas Schaumberg, Ivo Rollmann und Andreas Bleier erklärten, die alle Anweisungen auf Japanisch erteilten. Alle Trainer im Dojo sind fachlich ausgebildet, betont Christian Gradl, und im Besitz eines Trainerscheins.

Im Kinderkarate wird ab fünf Jahren bis etwa 13 Jahre trainiert, auf spielerische Art dabei den Jüngsten ein Zugang ermöglicht. Disziplin lernen und Selbstbewusstsein schulen auch die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Ab 18 Jahren trainieren die regulären Erwachsenengruppen. Keinerlei Vorkenntnisse sind erforderlich, so Gradl. Ein Einstieg sei jederzeit und unabhängig von Geschlecht, Alter oder körperlicher Fitness möglich. In eine der zahlreichen Gruppen von Anfängern, Unterstufe, Mittel- und Oberstufe würde jeder neue Interessent hinein passen. Anders sieht es im Wettkampfkarate aus, wo nicht wenige Mitglieder in der Vergangenheit zahlreiche Titel eingeheimst und gute Platzierungen belegt haben. Das Umstädter Dojo ist einer von insgesamt sechs Bundesstützpunkten und viermal im Jahr Schauplatz spezieller Trainingseinheiten.

Gern betont Gradl die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Stets habe das Dojo diesbezügliche Unterstützung erfahren und bei den Verantwortlichen immer ein offenes Ohr für seine Belange gefunden.

Sehr viel Wert wird im Karate-Dojo Groß-Umstadt darauf gelegt, dass ohne Vollkontakt trainiert wird, nicht nur bei den Selbstverteidigungskursen, die seit einiger Zeit in Kooperation mit den Fördervereinen der Wendelinusschule & Jugendakademie Klein-Umstadt, der Geiersbergschule und Ernst-Reuter-Schule sowie der Grundschule in Heubach angeboten werden. Und auch wenn die Selbstverteidigungskurse dazu dienen, dass die Kinder lernen, wie sie sich gegen einen potenziellen Angreifer wehren und verteidigen können: „Die wirksamste Form der Selbstverteidigung ist immer noch, schnell davon zu laufen“, empfiehlt Christian Gradl gern.