Karate Dojo Groß-Umstadt ermittelte die Vereinsmeister 2007

Karate Dojo Groß-Umstadt ermittelte die Vereinsmeister 2007

Mittwoch, 28. November

VON: BILD UND TEXT: KARL JOHMANN

Einer der Höhepunkte im Vereinsleben des Karate Dojo Groß-Umstadt ist zweifelsohne die alljährliche Vereinsmeisterschaft.

Das ganze Jahr über beteiligen sich die Mitglieder, egal ob zum Nachwuchskader gehörend, oder schon zu den Fortgeschrittenen, eifrig an den wöchentlichen Übungsabenden. Die erste Einheit, die man beispielsweise bei den immer wieder angebotenen Lehrgängen lernt, ist die obligatorische Grundschule, das Kihon. Die erste Technik, die man verinnerlichen soll, beziehungsweise muss, ist der Choku-Tsuki. Sie steht am Anfang einer jeden Karate Karriere und man kann sie gar nicht genug üben.

Denn, im Karate geht es immer wieder darum, seine eigenen Fehler zu erkennen und entsprechend zu korrigieren. Beim Choku-Tsuki darf man die Schultern nicht bewegen, man muss die Arme am Körper lassen und aus der entspannten Ausführung der Technik am Ende ein starkes Kime herausbringen.

Natürlich sollte man solche Abläufe nicht in Zeitlupe „auf die Matte“ legen, aber die Steigerung der Geschwindigkeit darf keinesfalls von Abstrichen an der Technik begleitet sein. Oftmals ist es so, dass Arm- und Fußtechnik beherrscht werden, aber man hin und wieder den Hüfteinsatz vernachlässigt.

Dabei ist das Übungsgeschehen mit einem Partner ebenso wichtig, wie das Üben der Technik alleine. Darauf baut natürlich das Kumite auf, also der Kampf gegen einen imaginären Gegner. Hier gilt es, aus der Distanz heraus abzuwehren und sogleich wieder einen Gegenangriff zu initiieren.

So gesehen ist das Karate ein steter Kampf, nicht gegen eventuelle Angreifer, sondern auch ein Kampf gegen sich selbst. Denn, es gilt die eigene Stärke im Training immer wieder auf das Neue aufzubauen und die gelernte Technik eventuell auch noch bei diversen Lehrgängen zu verfeinern.

Der Nachwuchsarbeit wird dabei ein großer Rahmen gewidmet. Zugleich vermittelt man diesem gesellschaftliche Werte. Keinem durch die Karateschule gegangenen Jugendlichen würde es beispielsweise einfallen, wie jetzt in einer Polizeimeldung zu lesen, nächtens durch die Straßen zu ziehen und die Außenspiegel von im Freien parkenden Autos mit einem gezielten Fußtritt zu demolieren. Zum Karatesport zählt stets auch, dass man Respekt vor einander hat und die Werte in dieser Gesellschaft akzeptiert.

Die Vereinsmeisterschaft im Dojo in Groß-Umstadt bewies einmal mehr, dass die Schüler von Cheftrainer Christian Gradl ihre Lektion gelernt haben. Sie sind im Sport und auch im Alltag stets ein Vorbild. Bei der Meisterschaft erkennt man absolute Disziplin, einhergehend mit einer perfekten Körperbeherrschung.

Natürlich ist man voller Anspannung bei der Kata (Kampf gegen einen imaginären Gegner), aber anschließend wendet sich der Blick gespannt den Kampfrichtern zu. Sie entscheiden über Sieg und Niederlage. Die Notentafeln der Richter werden immer wieder auf 7,0 zurückgeblättert. Ist eine Vorführung beendet schaut der Karateka gespannt auf das nun folgende „Notenblättern“. Je mehr die Zahlenschiene nach hinten umgelegt wird, umso höher die Bewertung. Strahlende Gesichter gibt es natürlich, wenn die Zahl hinter dem Komma sich der sieben, der acht, oder gar der neun nähert. Hauptkampfrichter Ulf Gall (5. DAN) aus Viernheim war voll des Lobs über die Meisterschaft und attestierte einen guten Ausbildungsstand.

Nachfolgend nun die Ergebnisse im Einzelnen:

Oberstufe

1. Platz Tanja Kabel, 2. Platz Maike Velten und 3. Platz Manuela Becht.

Leistungsgruppe

1. Platz Ronja Hosemann (sie gewann diesen Titel nunmehr schon zum vierten Mal in ununterbrochener Reihenfolge und somit durfte sie sich auch wieder über den stattlichen Wanderpokal von JKA-Bundestrainer Shihan Hideo Ochi freuen). 2. Fabienne Lorenz und 3. Platz Sina Henderkes.

Eine erfreulich hohe Teilnehmerzahl verzeichnete das Karate Dojo bei seinen Vereinsmeisterschaften 2007 in der Leistungsgruppe sowie der Oberstufe. Allgemein attestierte man den Teilnehmern gute bis sehr gute Leistungen. Der gute Ausbildungsstand dokumentierte sich auch dadurch, dass die Ergebnisse sehr eng zusammen lagen. Die Kampfrichterleistungen der DAN Träger vom Dojo waren vorbildlich. Als Hauptkampfrichter agierte Ulf Gall aus Viernheim. Unser Foto zeigt vorne (von links): Fabienne Lorenz (2. Platz Leistungsgruppe), Ronja Hosemann (1. Platz Leistungsgruppe) und Sina Henderkes (3. Platz Leistungsgruppe). Dahinter sind zu sehen (von links): Ulf Gall, Maike Velten (2. Platz Oberstufe), Tanja Kabel (1. Platz Oberstufe), Manuela Becht (3. Platz Oberstufe) sowie Dojo-Cheftrainer Christian Gradl.