2. Dojo Gasshuku 2009

2. Dojo Gasshuku 2009

Sonntag, 14. Juni

VON: TEXT: IVO ROLLMANN, BILDER: GERLINDE PARAKENINGS

Ebenso wie letztes Jahr ist das Karate Dojo Groß-Umstadt auch 2009 in den Bayerischen Wald für das Dojo-Interne Trainingscamp gefahren. Dort angekommen hießen uns der ansässige Trainer Werner Beck und seine Frau Elisabeth auch dieses Jahr wieder herzlich willkommen.

Trotz der langen Autofahrt trainierten die knapp 20 Teilnehmer, darunter niedrige wie hohe Kyu-Grade, noch am Tag der Ankunft, um sich auf die kommenden Tage einzustellen. In diesem ersten Training stellten sich die Teilnehmer schon einmal auf die ungewohnten Bedingungen des Dojos mithilfe eines Kihontrainings, sprich dem Training der Grundtechniken, ein. Müde und froh darüber, sich mal wieder bewegt zu haben, gesellte man sich in den Speisesaal für Elisabeths wunderbar zubereitetes Essen und um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen ging es dann -gut erholt vom Vortag- los mit den ersten beiden Trainingseinheiten. Davon behandelte die erste Einheit Tekki Nidan, eine selten trainierte Kata, während sich die zweite mit dem Einprägen von Bewegungsabläufen beschäftigte. Dachten die höheren Gürtel in der ersten Einheit noch das Training werde ein Zuckerschlecken, so mussten sie im zweiten Training feststellen, dass man sich ohne ausreichende Konzentration blamiert. (Glaubt mir, ich weiß wo von ich schreibe)

Die dritte Einheit stellte für alle den Höhepunkt des Trainings dar, die Selbstverteidigung: Thema Messerangriffe. Während unser Sensei Christian Gradl die Grundregeln der Selbstverteidigung erklärte, schien Werner Gefallen daran zu finden und bot sich uns an, Verteidigungskniffe aus dem Aikido und Judo vorzuführen.

Erschöpft und erfahrener ging es am Mittag nach Passau, der Drei-Flüsse- oder Universitäts-Stadt. Bevor wir uns zu einem gemütlichen Stadtbummel entschieden, genossen wir das herrliche Panorama von der ehemals bischöflichen Burg aus.

Am Abend hieß es für die künftigen Dan-Prüflinge noch einmal zum Training antreten, und zwar bei Werner. Für uns völlig ungewohnt, unterrichtete er ein Karate, welches seine langjährigen Erfahrungen als Judoka und Meister des Aikido wiederspiegelt. Auch freuten wir uns am Abend über die Gesellschaft seiner Schüler, die uns, gemeinsam mit ihrem Sensei, ein wenig bayerische Kultur darlegten. Ein Saunabesuch in der Hauseigenen Sauna rundete den Tag ab.

Am dritten Tag hieß es für alle die Kata Hangetsu zu vertiefen bzw. zu erlernen. Vor allem im zweiten Training, welches im Freien abgehalten wurde, ging es um ein „vertieftes“ Bewusstsein für die Stände. Doch stellte sich dies als schwierig heraus, da die neue Erfahrung, überhaupt mal außerhalb einer Halle zu trainieren, sehr überwältigend war. Nicht nur die die örtliche Fauna, allen voran die Käfer, sondern auch das bemerkenswerte Panorama ließ uns die Worte unseres Sensei öfters einmal überhören. (Mich jedenfalls)

Berauscht von der guten Bergluft ging es weiter mit der Selbstverteidigung, diesmal angeleitet von Werner, der offenbar Gefallen daran gefunden hatte. Im Zentrum dieser Einheit stand das Abwehren von Schusswaffen. Jedoch nicht so wie viele Anhänger von Kung-Fu-Filmen denken werden, sondern durch das Ergreifen der kleinen Chance, die man hat, wenn der Angreifer einen bedroht.

Angetrieben und beflügelt von der guten Laune ging es weiter in die Tschechische Republik - nicht um unser neues Wissen anzuwenden - sondern um uns die Stadt Krumlov anzusehen, die es was Schönheit angeht ohne Probleme mit Passau aufnehmen kann. Doch nahm die Erkundungstour durch Krumlov ein jähes Ende, als bei uns allen der Magen anfing zu knurren. Gezwungen von unserem Hunger setzten wir uns in ein Lokal, um unserem Hungerleiden Einhalt zu gebieten.

Wieder im Dojo Gänswies präsentierte man uns ein Grillfest vom Feinsten, dem es an gar nichts mangelte.

Am (leider) letzen Tag des Trainingslagers gingen wir im Training noch einmal das Gelernte durch, damit es uns auch wirklich in den Köpfen bleibt, so wie der gesamte Aufenthalt bei Werner und Elisabeth, die uns wirklich nett und freundlich behandelt haben. Geschafft von dieser Menge an Trainingseinheiten verabschiedeten wir uns herzlich und freuen uns schon aufs nächste Jahr.